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Durban 2 - Antirassismus als Dämonisierung Israels


Veranstaltung | 16.02.2009 | 19h | Hörsaal V Uni Köln

Boycott Durban 2
mit Nasrin Amirsedghi (Publizistin) und Alex Feuerherdt (Journalist)

Große Teile der Welt, mit einem deutlichen Schwerpunkt in Europa und der arabischen Welt, erlebten infolge des Gaza-Krieges zwischem Israel und der islamistischen Hamas im Januar 2009 die größten antisemitischen Demonstrationen seit dem Ende des Nationalsozialismus. Auch in Deutschland liessen Tausende weitesgehend ohne Widerspruch ihrem rasenden Antisemitismus freien Lauf. Parolen welche die antisemitischen Mörderbanden Hamas und Hisbollah feierten oder gleich direkt den Tod der Juden forderten, waren keine Seltenheit. Übergriffe auf jüdische Einrichtungen erfolgten in zahlreichen Ländern. Israel und in der antisemitischen Denkweise die Juden im Gesamten standen wieder einmal am Pranger.

Dieses Schauspiel könnte sich bald wiederholen, wenn im April die Vereinten Nationen in Genf ihre "Durban Review Conference" durchführen. Doch tobt dann nicht nur der antisemitische Hass auf den Strassen, sondern auch auf höchster Regierungsebene. Vor knapp sieben Jahren fand im südafrikanischen Durban die "UN-Weltkonferenz gegen Rassismus" statt. Das erklärte Ziel der Veranstaltung war die öffentliche Anerkennung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen – doch dann mutierte sie zu einem regelrechten Tribunal gegen Israel und dessen Existenzrecht, sowie zu einer Verteidigung unfreier Staaten und Diktaturen.

Israel wurde offiziell als rassistischer Staat gebrandmarkt, der Zionismus als Spielart des Rassismus bezeichnet. Der französische Romancier und Essayist Pascal Bruckner hält in einem Aufruf zum Boykott der erneuten Durban Konferenz völlig zutreffend fest: "Der Antirassismus ist in der Uno zur Ideologie der totalitären Bewegungen geworden, die ihn für ihre Zwecke benutzen". Wie diese immer stärker werdende Deutung des Antirassismus - die nicht nur als Deckmantel des Antisemitismus dient, sondern auch jegliche universalistische Emanzipationsbestrebung in postkolonialer, kulturalistischer Weise als rassistisch diffamiert - zur Richtlinie der UNO werden konnte, werden Nasrin Amirsedghi und Alex Feuerherdt erläutern. Ebenso was von der "Durban 2" Konferenz zu erwarten ist, welche Rolle das Regime im Iran dabei spielt und warum die Konferenz den Zielen einer Säkularisierung und der universalistischen Verteidigung der Menschenrechte gegen einen vermeintlichen Kulturpluralismus, der auf die Verteidigung der islamischen Scharia gegen die Freiheit des Individuums hinausläuft, diametral entgegenläuft. Nach Meinung der beiden MitiniatorInnen ist eine erneute Dämonisierung Israels zu befürchten, der von den Despoten verfochtene Antirassismus diene dazu, genau die Dinge zu rechtfertigen, gegen die er ursprünglich formuliert wurde, die Unterdrückung, die Vorurteile, die Ungleichheit.


16. Februar 2009 | Montag | 19 Uhr

Universität zu Köln | Hauptgebäude | Hörsaal V
Albertus-Magnus-Platz | Linie 9 Haltestelle Universität | Buslinien 136 & 146 Haltestelle Wiso-Fakultät


Webpage der Boycott Durban 2 Kampagne

Veranstaltet von MAD Köln und der Fachschaft Philosophie


10.01. Köln: Gegen den antisemitischen Terror


Kundgebung | 10.01.2009 | 14h | Wallrafplatz Köln

Krieg dem antisemitischen Terror - Solidarität mit Israel!

Es ist mal wieder soweit: Kein Thema dominiert die Berichterstattung der letzten Tage in den deutschen Medien so, wie die aktuelle Lage im Nahen Osten. Doch der Krieg an sich kann es nicht sein, der dieses große mediale Interesse auf sich zieht und Zehntausende, - allen voran arabische Verbände, IslamistInnen, antiimperialistische Linke, türkische FaschistInnen und Neonazis - auf die Straßen treibt. Denn wenn es den dort versammelten „FriedensfreundInnen“ um das Elend des Krieges an sich ginge, müsste es noch viel größere Demonstrationen gegen den brutalen Krieg im Kongo, der laut Aussage des „International Rescue Committee“ seit 1998 bereits 5,4 Mio. Todesopfer forderte, oder gegen den Krieg des islamistischen sudanesischen Regimes in Darfur (mindestens 400.000 Todesopfer) geben. An dieser Stelle soll nicht der perverse Versuch gemacht werden, Opfer von militärischen Auseinandersetzungen gegeneinander aufzurechnen, doch die genannten Opferzahlen verweisen auf eins: Es scheint vor allem eine militärische Intervention Israels zu sein, welche weltweite Empörung hervorruft.

Nach dem sechsmonatigen, zumindest formellen Waffenstillstand zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas, der von Seiten der Hamas in den letzten Monaten ständig durch den Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen gebrochen wurde, und den darauf folgenden israelischen Verteidigungsmaßnahmen seit Ende Dezember, kam es zu einer erneuten Eskalation der Gewalt. Seitdem wird von nahezu allen Seiten nach einer friedlichen Lösung des Konflikts geschrien. Nicht zuletzt in Deutschland, dem Land, das in der historischen Tradition des Nationalsozialismus und der Shoa steht, zeigt mensch sich erbost darüber, dass Jüdinnen und Juden sich gegen antisemitischen Terror zu Wehr setzen. So forderten etwa VertreterInnen aller politischen Strömungen, mensch solle sich wieder mit der islamistischen Mörderbande der Hamas an einen Tisch setzen und verhandeln. Der bundesdeutsche Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erklärte gegenüber dem ZDF „Die Schuldfrage ist nicht eindeutig zu klären“, und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), sagte dem NDR die israelische Regierung müsse „das Signal senden, dass Kooperation zu mehr Rechten und mehr Freiheiten für die Palästinenser führt“. Dass jedoch mit einer Gruppe wie der Hamas nicht zu verhandeln ist, zeigt schon ihr erklärter Wille, Israel von der Landkarte zu streichen und die „Juden wieder ins Meer zu treiben“. Die Hamas fordert zudem in ihrer Charta ganz unverhohlen die Vernichtung des Staates Israel. Es geht der Hamas nicht darum, eine bessere Situation für die palästinensische Bevölkerung auszuhandeln oder einen eigenen Staat neben Israel zu gründen, was der arabischen Bevölkerung Palästinas schon mehrfach angeboten wurde, sondern um eine vollständige Vernichtung Israels und die Errichtung eines islamistischen Regimes auf dessen Boden, in welchem Homosexuelle, selbstbewusste Frauen, „Ungläubige“ und alle anderen Menschen, die nicht ins Muster der islamischen Umma passen, nichts zu lachen hätten. Trotz all dieser Fakten, die jeder und jede wissen könnte, wird die Hamas von weiten Teilen der deutschen Medien und Bevölkerung nicht als Problem ausgemacht. Die Ansicht, Israels Antwort auf den ständigen Raketenbeschuss der letzten Monate gleiche einem „Bombenterror“, („Neues Deutschland“) und sei „unverhältnismäßig“(Frank-Walter Steinmeier gegenüber dem ZDF) dürfte die absolute Mehrheitsmeinung sein.



Die Notwendigkeit Israels

Israel, welches als einziger Staat im Nahen Osten, Homosexuellen, selbstbewussten Frauen, „Ungläubigen“ und alle anderen Menschen, die nicht ins Muster der islamischen Umma passen wollen oder können, einen halbwegs sicheren Schutzraum gewährt, erfüllt aber zusätzlich noch eine mindestens ebenso wichtige Funktion, nämlich die, allen vom Antisemitismus Verfolgten Schutz zu gewähren. So stellt Israel die einzige direkte, logische und notwendige Konsequenz aus dem antisemitischen Vernichtungswahn der Deutschen, welcher in Auschwitz seinen Höhepunkt fand, dar. Aufgrund des weltweit wieder zunehmenden Antisemitismus ist Israel auch heute noch eine pure Notwendigkeit. Doch anstatt sich mit dem Staat der Shoa-Überlebenden zu solidarisieren, verfallen viele Menschen, - nicht zuletzt in der antiimperialistischen Linken, - in stumpfen Antizionismus, der sich schon beim oberflächlichen Betrachtungen als stumpfer Antisemitismus in einem anderen Gewand entpuppt. Bei dieser Form des Antisemitismus werden all die historischen Ressentiments der antisemitischen Dämonisierung einfach auf den Staat Israel übertragen und Israel als “Aggressor” im Nahen Osten dargestellt. Dass Israel seit 60 Jahren seine Existenz gegen eine feindlich gesonnene Umgebung verteidigen muss, wird dabei stets geleugnet, und in völkischer Manier wird Israel „Landraub“, „Vertreibung“ und „Völkermord“ vorgeworfen. Vergessen wird dabei, dass alle umliegenden arabischen Staaten Israel in seiner Gründungsnacht den Krieg erklärten und die palästinensische Bevölkerung dazu aufriefen, das Land zu verlassen, um den neuen jüdischen Staat dem Erdboden gleich machen zu können.



Am längsten lebe Israel!

Oft wird von Seiten der „FreundInnen Palästinas“ auch der Vorwurf erhoben, die Juden seien am Antizionismus und Antisemitismus in der arabischen Welt durch ihre „Kriegstreiberei“ und ihren „Imperialismus“ selbst schuld. Doch Antisemitismus ist keine rational nachvollziehbare und begründbare Abneigung, sondern stellt eine Projektion des nicht verstandenen Negativen im Kapitalismus und des „Bösen“ im Allgemeinen auf die Juden, und im Fall des Antizionismus auf Israel dar. Wert, Geld und Tausch sind abstrakte, heimatlose Formen, welche in dieser falschen Analyse der kapitalistischen Verhältnisse bestimmten Personen wie etwa „(jüdischen) Bankiers“, „(jüdischen) Yuppies“ oder „(jüdischen) Bonzen“ zugeschrieben werden. Diese falsche Analyse gipfelt im Vorwurf der „jüdischen Weltverschwörung“ mit der Unterstellung, die Juden würden „im Hintergrund die Fäden ziehen“. An einer Vernichtung „des Juden“ soll also nach dieser „Logik“ die Welt von den Problemen des Kapitalismus genesen. Dass der im antisemitischen Weltbild als typisch „jüdisch“ gebrandmarkte Zins und das Profitstreben jedoch notwendige Grundlagen der kapitalistischen Reichtumsproduktion sind, wird nicht begriffen. Die Erkenntnis dieser Zusammenhänge lässt klar werden, dass es eine Kritik des Antisemitismus nicht losgelöst von einer Kritik der kapitalistischen Totalität geben kann. Gleichzeitig muss betont werden, dass Israel als Schutzstaat für alle vom Antisemitismus Verfolgten und als jüdisch „erkannte“ Menschen, bis zu einer emanzipatorischen Überwindung des Kapitalismus existieren muss. Eine endgültige Überwindung des Antisemitismus kann nämlich nur durch eine fortschrittliche Überwindung des Kapitalismus, hin zu einer befreiten, emanzipierten Gesellschaft, erreicht werden.

Krieg dem antisemitischen Terror,

Solidarität mit Israel,

Für den Kommunismus!

Antifaschistische und kommunistische Gruppen aus NRW im Januar 2009

Kundgebung: 10.01.2009 || 14.00 || Köln - Wallrafplatz (Achtet auf Ankündigungen! Eventuell wird sich der Ort noch ändern!)






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